Reiseversicherung für Backpacker: ein Anfängerguide

Veröffentlicht am 21 Januar 2017

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Foto: Seht eure Versicherung als einen Fallschirm an… und wenn ihr überlegt, Fallschirm zu springen, versichert euch lieber.

 

Eine Basisversicherung für Backpacker sollte gute medizinische Behandlungen und Rückführung ins Heimatland umfassen - nur für den Notfall. Aber das ist nur der Anfang. Es gibt hunderte Versicherungsunternehmen, die den Backpackermarkt anstreben, und es gibt viele verschiedene Versicherungspakete für Backpacker. Einige Versicherungsverträge decken nur bestimmte Regionen, während andere zeitlich begrenzt sind. Also ist es sehr wichtig darüber nachzudenken, welche Art Versicherung ihr benötigt, bevor ihr verreist. Der beste Weg, das zu tun, ist sich zu fragen, was für ein Backpacker ihr sein werdet. 

Der nachschulische - voruniversitäre Anfänger

Ihr begebt euch zum ersten Mal in die große weite Welt, und das sogar ganz allein oder mit ein paar anderen Anfängern. Ihr werdet wahrscheinlich mehr als genug einpacken, und Komfortgegenstände mitnehmen, über die ihr später festellen werdet, dass ihr sie überhaupt nicht braucht.

Eine Diebstahlversicherung sollte ganz oben auf der Liste stehen. Diebe haben ein Auge für Anfänger und eure relative Gutgläubigkeit setzt euch einem etwas größerem Risiko aus als erfahrene Backpacker (obwohl natürlich jeder Opfer eines Diebstahls werden kann). Selbst wenn es nur für euren eigenen Seelenfrieden ist, macht es einen großen Unterschied eine gute Versicherung zu haben, die euch im Notfall schnell wieder auf die Beine hilft.

Kleine Anmerkung: nehmt nichts mit auf die Reise, das euch bei Verlust das Herz zerbrechen würde. Oft geht alles gut, aber das Risiko ist es einfach nicht wert.

Der Technikfreak-Backpacker

Ihr wollt euer Zubehör dabei haben, um Freunde und Familie zu Hause und die sozialen Netzwerke über eure Abenteuer zu informieren. Oder vielleicht seid ihr ein angehender Schriftsteller oder Photograph, der die Reiseerlebnisse und Bloginhalte in eine Einkommensquelle verwandelt. Ob ihr mit GoPro, Tablet, Smartphone oder Dron ausgestattet seid, sollte die passende Versicherung dafür nicht fehlen. Vergesst nicht, dass bei vielen Versicherungen hochwertige Produkte nicht mal im Basisschutz enthalten sind. Möglicherweise müsst ihr dem Versicherungsunternehmen ein Foto, die Modell- und Seriennummer von jedem Gerät zukommen lassen.

Adrenalinjunkie Backpacker

Wenn ihr euch unter dem Begriff „Backpacking“ vorstellt, aus Flugzeugen zu springen, euch von Felsen zu stürzen oder Höhlen zu erkunden, wird es euch freuen zu hören, dass viele Versicherungsunternehmen im Basisschutz zahlreiche Aktivitäten und Sportarten decken. Lest trotzdem immer das Kleingedruckte. „Aktivitäten“ könnte nämlich nur Wandern und Camping bedeuten. Oder es gibt bestimmte Beschränkungen: Bergsteigen könnte gedeckt sein, aber nur bis zu 2.000 Meter Höhe über dem Meeresspiegel; oder Tauchen - aber nur bis zu einer Tiefe von maximal 30 Metern. Bungeejumping und Skifahren könnten absolut ausgeschlossen sein.

Wir empfehlen euch, einen spezialisierten Abenteuer- oder Extremsportversicherer aufzusuchen, oder einen Schutz für Extremsport in euren Vertrag mit aufzunehmen. Ja, es kann bedeutend teurer werden, aber dafür könnt ihr (und alle anderen zu Hause) in aller Ruhe die Reise genießen - Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht.

Freiwilliger Backpacker

Die meisten Freiwilligenprogramme dauern maximal ein Jahr, sodass viele Versicherungsverträge oft genauso lang sind. Wenn ihr über eine längere Zeit Freiwilligenarbeit macht, solltet ihr euren Schutz verlängern lassen. Es ist auch wichtig, sich über den Standort Gedanken zu machen - die Arbeit in diesem Bereich könnte bedeuten, dass ihr ein Land besucht, das von Versicherern als „hohes Risiko“ eingestuft ist. Gegebenenfalls sind diese Länder in einem Basisvertrag nicht gedeckt. Wenn ihr über eine Hilfsorganisation Freiwilligenarbeit macht, solltet ihr euch dort nach den besten Versicherungen für euer Projekt erkundigen.

Spirituelle Backpacker

Du bist kein Materialist. Du lässt dich von der Welt durch deine Backpackererfahrung lenken, und brauchst sehr wenig, außer natürlich deine Antirutsch-Yogasocken. Während du dein Schicksal dem Planeten überlässt, scheinen heimische Bequemlichkeiten und High-Tech Geräte weit weg zu sein. Eine gute Versicherung, die medizinische Kosten und Notfalltransport übernimmt, sollte trotzdem nicht fehlen. Such dir einen Versicherer, der Krankenhaus- und Klinikrechnungen direkt bezahlt, damit du dich mit dem finanziellen Gedöns nicht beschäftigen musst.

Party Backpacker

An vielen Orten werden Kreditkarten nicht angenommen, also wird Bargeld in Clubs und Bars die einzige Option sein. Wenn ihr wild party macht ist die Wahrscheinlichkeit höher, die Brieftasche zu verlieren und ohne Geld da zu stehen - das muss am nächsten morgen wieder ersetzt werden. Sorgt also dafür, dass Bargeld und Karten versichert sind, da dies besonders wichtig ist.

Billige Versicherungen decken oft nicht den Verlust von Bargeld, weshalb eine teurerer Vertrag mit einem niedrigeren Versicherungswert oft besser ist. Beim Lesen des Kleingedruckten solltet ihr darauf achten, wieviel Bargeld versichert ist und wie hoch eure Verluste sein müssen, bevor die Versicherung dafür aufkommt.

Vorsicht: Einige Versicherer rücken im Falle von Betrunkenheit oder Alkoholkonsum keinen Cent raus.

Egal, für welche Versicherung ihr euch letztendlich entscheidet, entscheidet euch. Das schlimmste, das ihr tun könntet, ist ohne Backpackerversicherung abzureisen. Selbst wenn ihr nie davon Gebrauch machen müsst, werdet ihr in Ruhe reisen und eure Liebsten zu Hause etwas beruhigen können.