Alles, was ihr über Ghanaisches Essen gehört habt, ist falsch (na, fast)

Veröffentlicht am 22 April 2016

Sicher, stabil und englisch-sprachig genießt Ghana schon seit langem den Ruf als „Tor zu Westafrika“ für erstmalige Besucher. Das Land geht schnell unter die Haut. Die Menschen lächeln gerne, die Musik - von klassischem Highlife zu neueren Sounds wie Azonto und Hiplife - ist phänomenal, die Strände der Westküste sind paradiesisch, und man kann wunderschöne (auch heiße) Wanderungen im Mittelgebirge und dem Übergangsregenwald der Volta Region machen. Dazu kommt, dass es überraschend günstige Herbergen in toller Lage gibt, besonders an den westlichen Stränden.

Während all das perfekt klingt, besagt die herkömmliche Weisheit, dass es einen großen Nachteil gibt: das Essen. Ghanaisches Essen, und die westafrikanische Küche im Allgemeinen, hat den Ruf langweilig und wenig anregend zu sein. Alten Hasen und Auswanderen kommt das Schaudern auf, sobald sie von Fufu oder Okro Suppe hören - ist das gerechtfertigt und was ist da wirklich dran? Eigentlich hat Ghana mehr als nur ein paar Ässe im Ärmel; zwar sind es keine Feinschmeckergerichte, aber wenn ihr euer Essen herzhaft, würzig und sättigend mögt, werdet ihr schnell einige Ghanaische Gerichte zu schätzen lernen und sie vermissen, wenn eure Backpackerreise ein Ende nimmt. Hier sind ein paar Dinge, auf die ihr euch freuen könnt:

1. Perlhuhn

Hostels und Jugendherbergen - Perlhuhn

Das Perlhuhn stammt ursprünglich aus Westafrika, schmückt jedoch oft noble europäische Tafeln. Dieser Vogel ist die Geheimwaffe Ghanas. Mit Gewürzen mariniert und gegrillt schmeckt es am besten, oder vielleicht doch in einer heißen Suppe aus würzigen Tomaten? Es sind üppige, fleischige Vögel mit viel Geschmack - stellt sie euch wie das fehlende Glied zwischen Hähnchen und Jagdvögeln vor.

2. Omo tuo und Erdnusssuppe

Hostels und Jugendherbergen - Omo tuo
© Copyrights: PapJeff

Echte Nervennahrung. In vielen Fleischereien ist dieses Gericht aus riesigen Reisballen und einem ergiebigen, nussigen Eintopf ein Sonntags-Special. Sie sehen vielleicht etwas wie Fufu aus - große, runde weiße Klöße in einer Suppe - aber Omo Tuo haben eine gröbere Konsistenz und schmecken wie Reis. Zur Erdnusssuppe lässt sich sagen: wenn ihr Erdnussbutter oder Saté-Soße mögt, werdet ihr die Suppe lieben.

3. Red red

Hostels und Jugendherbergen - Red red
© Copyrights: benketaro

Dieses klassiche Gericht besteht aus zwei Teilen: einem deftigen Erbseneintopf, und einer Portion würziger Kochbananen. Das eine ist knusprig, das andere weich; eines ist salzig, das andere hat einen Hauch Süße; eines ist cremig, das andere etwas scharf. Normalerweise kann man dazu etwas Hähnchen oder Perlhuhn essen, aber die Basis reicht für eine sättigende Mahlzeit schon völlig aus.
Haltet auch nach Aborboi (Bambarabohnen)-Eintopf Ausschau, der üblicherweise mit etwas Zucker gegessen wird. Er ist super lecker, aber weniger bekannt als Red Red.

4. Benachin (Jollof-Reis)

Hostels und Jugendherbergen - Benachin (Jollof Reis)
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Benachin verdient es, auf dieser Liste zu stehen, nicht weil es aus Ghana stammt - viele westafrikanische Länder meinen, es erfunden zu haben - sondern weil man es überall findet, und Benachin einfach lecker ist. Es ist eine Michung aus Reis, Zwiebeln und Gemüse, frittiert und mit allgegenwärtigem Palmöl gerötet. Es macht sich prächtig als Beilage zu gegrilltem Fleisch, das mit Shito benetzt ist, einer scharfen Pfeffersoße mit Ingwer und getrocknetem Fisch aromatisiert.

5. Waakye

Hostels und Jugendherbergen - Waakye
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Waa-Tschay ausgesprochen wird diese Mischung aus Reis und Bohnen meistens an Imbissbuden und zu jeder Tageszeit gegessen (obwohl es zur Frühstück- und Mittagszeit am üblichsten ist). Bei Waa-Tschay geht es stets um die Beilagen - garniert einfach die Reis und Bohnen-Basis mit Pfeffersoße, Ei, Salat, Fleisch, Nudeln, oder etwas anderem, das im Angebot steht, und genießt es.

6. Früchte!

Hostels und Jugendherbergen - Früchte

Selbst wenn ihr die regionale Küche Ghanas nicht mögt, seid ihr hier von fantastischen Mangos, Papayas und Ananas und von unglaublich süßen Bananen umgeben. Dazu kommt frische Kokosnuss, die wirklich immer und überall verkauft wird, und schon fühlt sich jeder Früchtefan wie im Paradies. Falls in eurem Hostel ein Angebot aus frischen Früchten oder ein zubereites Frühstück zur Auswahl steht - was in Ghana oft aus einem günstigen Frankfurter, schwammigem Toastbrot, einem Omelett und einer mageren Portion gebackener Bohnen besteht - solltet ihr euch immer für die Früchte entscheiden.